
Kunststoff: Unser täglicher Begleiter im Alltag
Für die Herstellung von Kunststoff benötigt man endliche, natürliche Rohstoffe wie Erdgas, Erdöl, Kohle und auch nachwachsende Pflanzen. Jedoch nimmt die Natur durch biologische Abbauprozesse diese nicht mehr zurück. Deshalb ist es unumgänglich, die Kunststoffreste zu recyceln, um diese wiederverwenden zu können.
Kunststoff gibt es schon seit langer Zeit. Der Erfinder Charles Goodyear fand im Jahr 1839 heraus, dass sich Kautschuk in Verbindung mit Hitze und Schwefel in Gummi verwandelt. Heute finden wir Gummi unter anderem in den Autoreifen wieder.
Die weltweite Produktionsmenge an Kunststoffen ist sehr hoch. Das liegt daran, dass Kunststoff unter anderem in der Verpackungsindustrie, im medizinischen Bereich, in der Infrastruktur, im Bau und in der Freizeitindustrie Verwendung findet. Kunststoff kommt also ziemlich vielseitig zum Einsatz. In unserem Alltag spielt Kunststoff eine sehr große Rolle, wenn man bedenkt: Wasser aus Kunststoffflaschen trinken, unser Essen wickeln wir in Kunststofffolie ein oder auch beim Telefonieren mit Handys aus Kunststoff.
Plastikmüll: Entsorgung und Wiederverwertung
Nachdem täglich mehrere Tonnen Kunststoff produziert werden, stellt sich die Frage, wie dieser nun wieder entsorgt werden kann. Gleich vorweg das größte Problem: Kunststoff ist zum Großteil biologisch nicht abbaubar – er zerfällt in der Regel auch erst nach etwa 20 bis 1000 Jahren.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Kunststoffe zu entsorgen. Unter anderem die Deponie, die Müllverbrennung, das Recycling, die Wiederverwendung und am besten: die Minimierung bzw. Vermeidung von Plastik.
Deponie von Kunststoff
Der Weg zur Deponie sollte nicht die erste Wahl sein, da diese nur den Kunststoffmüll „sammelt“. Dadurch, dass der Abfall verbrannt wird, wird Energie gewonnen – nach dem Vorgang wird die Asche und der Staub meistens in Bergwerken unter Tage gelagert.
Recycling von Kunststoffen
Hier wird versucht, die größtmögliche Menge des Rohstoffs aus dem Kunststoffmüll zu gewinnen. Diese Sekundärrohstoffe werden dann bei der Produktion wiederverwendet. Doch das Recycling lohnt sich leider nicht immer, da es sich durch die geringen Erdölpreise mehr rentiert, neuen Kunststoff zu produzieren.
Wiederverwendung
Die Wiederverwendung hat den Vorteil, dass weniger Energie benötigt wird, da das Produkt bei diesem Vorgang nicht in die einzelnen Rohstoffe zerlegt werden muss. Das ist ökologisch und ökonomisch gesehen die ideale Methode für den Kunststoffabfall. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Wiederverwendung ist, dass die Abfälle sortenrein getrennt werden. Wenn unterschiedliche Kunststoffarten miteinander vermischt werden, können diese aufgrund ihrer unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung nicht wiederverwendet werden.
Minimierung und Vermeidung von Plastik
Der Weg sollte sein, so wenig Produkte wie möglich aus Kunststoff herzustellen. Das Ziel hingegen sollte sein, vollständig auf Kunststoff zu verzichten.
Hartplastik entsorgen
Hartplastik Produkte wie Kinderspielzeug oder CD-Hüllen gehören grundsätzlich in die Restmüll-Tonne. Aber auch die Abgabe beim Wertstoffsammelzentrum oder bei Recyclingstationen ist möglich – vor allem bei größeren Teilen. Die gelbe Tonne ist ausschließlich für Verpackungen aus Plastik wie PET-Flaschen oder Verbundverpackungen wie Getränkekartons aus mehreren Materialien.
Was gehört in Österreich in den Plastikmüll?
Saubere und leere Haushaltsverpackungen aus Kunststoff können in der gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack entsorgt werden. Neben Verpackungen, die ausschließlich aus Kunststoff sind, sind in Österreich mittlerweile aber auch andere "Leichtverpackungen" im Plastikmüll erlaubt.
Kürzlich kam es außerdem zu einer Änderung der Verpackungsverordnung. Ab 2025 ist die gemeinsame Sammlung und Entsorgung von Kunststoffverpackungen und Metall (Dosen, Konserven, etc.) verpflichtend. In manchen Bundesländern wie Niederösterreich, Wien, Salzburg und Kärnten ist das bereits seit 2023 der aktuelle Stand.
Das gehört in den Gelben Sack:
- Plastikflaschen (PET-Flaschen und andere Plastikflaschen wie Wasch- und Putzmittelflaschen, Flaschen für Körperpflegemittel etc.)
- Joghurtbecher
- Tuben (für Lebensmittel und Körperpflege)
- Obst- und Gemüsetassen, Take-away etc.
- Verpackungen von Schnittkäse und Wurstaufschnitt
- Kunststoffnetze und -säcke
- Verbundverpackungen und Getränkekartons (schwer trennbare Verpackungen aus verschiedenen Materialien z. B. Milchpackung)
- Leichtverpackungen aus Keramik, Holz und textilen Faserstoffen (z. B. Obstnetze, Holzsteigen, Jutesäcke, Kosmetiktiegel etc.)
- Biogene Packstoffe (Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen)
Welches Plastik darf nicht im Gelben Sack entsorgt werden?
Kunststoffe, Metall und Verbundstoffe ohne Verpackungseigenschaft gehören in den Restmüll – zum Beispiel Kugelschreiber und Druckerpatronen und -kartuschen. Verpackungen, die nur aus Papier oder Pappe bestehen, gehören in die Papiertonne. Glasverpackungen wie Einwegflaschen oder Glaskonserven gehören in die Altglas-Container. Ist die Plastikverpackung stark verschmutzt, gehört diese in die Restmüll Tonne. Bioabfall muss in der Biotonne entsorgt werden oder kann auf einem Komposthaufen selbst verwertet werden. Besondere Vorsicht ist bei schadstoffhaltigem Abfall geboten. Dieser muss sachgemäß in einem Schadstoffsammelzentrum abgegeben werden.
Weitere Informationen zur richtigen Müllentsorgung findest Du in unserem Abfalllexikon.