
Riesige Plastikteppiche und Berge voller Plastikmüll – unsere Erde pfeift aus dem letzten Loch. Müll zu vermeiden, sollte daher inzwischen eine Selbstverständlichkeit sein. Die gute Nachricht: Du musst nicht gleich dein komplettes Leben umkrempeln – schon kleine Änderungen bewirken viel. Wie gelingt sie also nun, die Müllvermeidung im Alltag und im Büro? Wir haben 20 Tipps für dich parat:
Abfall vermeiden: 20 hilfreiche Tipps für den Alltag und das Büro
Eines vorweg: Müll zu vermeiden, tut nicht nur der Umwelt gut, sondern damit schlägst du gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. In der Regel sparst du damit Geld, da du weniger einkaufst. Gleichzeitig ermutigst du mit deinen vorbildlichen Bemühungen andere dazu, es dir gleichzutun. Im Optimalfall entwickelt sich so eine Art Müllvermeidungs-Bewegung – in der Familie, im Freundeskreis oder im Büro.
Die folgenden 20 Tipps helfen dir dabei, Abfall zu vermeiden:
- Leitungswasser trinken: Bis zu 450 Jahre dauert es, bis Plastikflaschen zersetzt werden – trotzdem landen sie regelmäßig im Einkaufswagen. Dabei können wir in den meisten europäischen Ländern sowohl zu Hause als auch im Büro bedenkenlos auf eine müllfreie Alternative zurückgreifen: auf Leitungswasser. Wer dies im Alltag bevorzugt, spart zudem Geld, weil keine Getränke angeschafft werden müssen.
- Bewusst kaufen: Ob Sonderangebot oder trendige Marke – immer wieder lassen wir uns von Schnäppchen oder aufgrund von gesellschaftlichem Druck zum Kauf verführen. Vieles davon benötigen wir allerdings streng genommen gar nicht, denn der Schrank platzt ohnehin schon aus allen Nähten und die Vorratskammer ist prall gefüllt. Es empfiehlt sich daher, nur das zu kaufen, was wirklich vonnöten ist. Überlege vorher zudem genau, ob dich das Produkt glücklich macht.
- Essensabfälle umgehen: Eng mit dem vorherigen Tipp zur Abfallvermeidung im Alltag ist dieser verbunden, denn wer bewusst einkauft, sorgt auch für weniger Bioabfall. Hilfreich hierbei sind eine gute Wochenplanung und ein Einkaufszettel. Sollte dennoch einmal etwas übrigbleiben, kannst du die Speisen einfrieren und hast so zu einem späteren Zeitpunkt ein rasches Menü parat.
- Die richtige Packungsgröße wählen: Eine Rolle spielt hierbei auch die Packungsgröße: Immer mehr Hersteller bieten zwar kostengünstige Familien- oder XXL-Behälter an, doch gerade für Singlehaushalte eignen sich diese meist nicht. Wäge daher vor jedem Kauf ab, ob du die enthaltene Menge wirklich verwerten kannst.
- Bioabfälle in Dünger umwandeln: Bioabfälle können sinnvoll genutzt werden – zum Beispiel, indem du sie kompostierst und damit wertvollen Humus herstellst. Ob Balkonblumen oder Gartenbeet – viele Pflanzen freuen sich über eine Extraportion an Nährstoffen. Du hast keine grüne Oase zu Hause? Dann biete den Dünger Freunden an.
- Eigene Tasche verwenden: Obwohl in Ländern wie Österreich inzwischen ein Verbot für Einwegkunststoff-Tragetaschen gilt, sind sie in anderen Gefilden nach wie vor allgegenwärtig. Papiertüten stellen aufgrund ihrer energieaufwendigen Herstellung wiederum keine echte Alternative dar. Besser ist es daher, auf eigene Beutel und Shopper zurückzugreifen – etwa aus Baumwolle oder Leinen. Denn Plastiktüten richten enorme Umweltschäden an, obwohl sie nicht länger als wenige Minuten im Einsatz sind.
- Obst und Gemüse lose einkaufen: Viele Obst- und Gemüsesorten wie Bananen oder Gurken haben eine Schale, die sie auf natürliche Weise vor äußeren Einflüssen schützt. Trotzdem findet man diese Waren immer wieder fest in Folie eingeschweißt. Umweltbewusste bevorzugen trotzdem unverpackte Produkte. Eine andere Möglichkeit ist es, lokale Märkte aufzusuchen – dort findest du in der Regel auch nur Saisonales und Regionales, also nichts, was lange Transportwege hinter sich hat.
- Feste Pflegeprodukte verwenden: Ob Seife, Duschgel oder Shampoo – im Laufe unseres Lebens verwenden wir zahlreiche Pflegeprodukte. Die meisten davon sind in Plastik verpackt. Doch es gibt Alternativen: Feste Seifen- und Shampoostücke sind nachhaltiger und ergiebiger und lassen sich im Handumdrehen aufschäumen. Wer dennoch nicht auf flüssige Produkte verzichten möchte, setzt am besten auf verpackungsfreie Läden mit Nachfüllstationen.
- Einwegverpackungen vermeiden: Mehrwegverpackungen sollten beim Kauf stets Vorrang haben – so kann etwa eine Mineralwasser-Mehrwegflasche im Schnitt 50-mal wiederbefüllt werden, bis sie aus dem Kreislauf ausgeschleust wird. Vor allem viele Getränke und Milchprodukte sind in Glasbehältern erhältlich.
- Verpackungen aus nur einem Material priorisieren: Ob Glasflaschen mit Plastikaufsätzen oder Kuverts mit Blickfenstern – Verpackungen, die aus verschiedenen Stoffen bestehen, landen meist in der Thermischen Abfallverwertung, da hier ein sortenreines Recyceln nicht möglich ist. Versuche daher Mischstoffe so gut es geht zu vermeiden.
- Vor Ort genießen: Ob wir den Kaffee zum Mitnehmen bestellen, den Salat unterwegs verspeisen oder den Smoothie samt Plastikstrohhalm im Auto konsumieren – mittlerweile hat sich eine regelrechte To-go-Kultur entwickelt. Alles muss schnell gehen. Doch all diese Becher und Schalen verursachen sehr viel Müll und dieser Trend beschleunigt darüber hinaus unser hektisches Leben. Wer wieder öfter direkt im Restaurant und Café isst und trinkt, ob mit Freunden oder Kollegen, der vermeidet daher nicht nur Abfall, sondern fördert auch die eigene Gesundheit. Oder aber du kochst gleich selbst – auch das schont Geldbörse und Umwelt gleichermaßen.
- Vor Ort kaufen: Online-Shops boomen – kein Wunder, denn meist reichen nur wenige Klicks aus und schon landet das Wunschprodukt bequem zu Hause. Doch jede Bestellung muss auch sorgfältig verpackt werden. Wer wieder vermehrt auf Läden der Umgebung zurückgreift, umgeht dies und schont so die Umwelt.
- Geräte und Maschinen teilen: Manche Dinge unseres Besitzes holen wir nur selten hervor, etwa die Nähmaschine, den Dampfreiniger oder die Schleifmaschine. Den Rest des Jahres verharren sie im Keller oder in der Garage. Günstiger und umweltschonender ist es, sich mit anderen abzusprechen, etwa mit Freunden oder Nachbarn, und solche Geräte und Maschinen zu teilen. So wird vermieden, dass sie nach ein paar Jahren großteils ungenutzt wieder im Müll landen.
- Tauschbörsen und Recyclingangebote nutzen: Altes und nicht mehr Gebrauchtes muss nicht zwingend gleich weggeschmissen werden – oft freuen sich andere über Vintage-Kleider oder können ein kaputtes Elektrogerät sogar noch reparieren. In jeder Stadt gibt es mittlerweile Second-Hand-Läden, Flohmärkte oder Repair Cafés und wenn nicht, dann kannst du immer noch im Internet nach Online-Tauschbörsen stöbern. Auch das trägt zu einer effektiven Müllvermeidung im Alltag bei.
Mehr zum Thema Upcycling haben wir in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. - Jausen-Equipment besorgen: Wer zu Hause vorkocht und sich die Jause am nächsten Tag ins Büro mitnehmen will, scheitert oft an der richtigen Verpackung. Dann wird nicht selten auf ökologisch bedenkliche Alu- oder Frischhaltefolien zurückgegriffen. Abhilfe schaffen hier wiederverwendbare, robuste Lunchboxen aus Edelstahl, Bienenwachstücher und Glastrinkflaschen. Soll es einmal dennoch ein Strohhalm sein, bieten sich Edelstahl- oder Bambusstrohhalme an.
- Werbung abbestellen: Tagtäglich flattern Prospekte, Flyer und Zeitschriften ins Postfach – sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz. Aber mal ehrlich: Wie viel davon liest du tatsächlich? Und wie viel davon wird sinnlos produziert, wofür etliche Bäume gefällt werden müssen? In den meisten Haushalten und Büros landet der Großteil davon direkt in der Tonne. Solch überflüssiger Alltags-Abfall ließe sich jedoch rasch vermeiden: indem ein „Bitte keine Werbung“-Aufkleber auf dem Briefkasten angebracht wird.
- Papierverbrauch reduzieren: Trotz Online-Diensten, E-Mail-Versand und digitaler Ablage steigt der Papierverbrauch seit Jahren. Auch hier ist Sparen angesagt. Frage dich vor dem nächsten Knopfdruck am PC daher, ob du die Information tatsächlich in gedruckter Form brauchst und verwende, wenn möglich, Recyclingpapier, welches doppelseitig bedruckt wird.
- Akkus bevorzugen: Während Batterien nach einmaliger Verwendung entsorgt werden müssen, haben Akkus eine Lebensdauer von mehreren Jahren und lassen sich – je nach Typ – bis zu 500-mal oder sogar noch öfter aufladen. Es ist daher ratsam, verstärkt Akkus zu nutzen, um Batteriemüll zu vermeiden. Und keine Sorge: Der gefürchtete Memory-Effekt, der die Kapazität negativ beeinflussen kann, tritt heutzutage nur noch selten ein.
- Nachfüllbare Stifte einführen: Wer den Mitarbeitern im Büro nachfüllbare Kugelschreiber und Co. anbietet, muss später nur das Innenleben tauschen, anstatt gleich den ganzen Stift zu entsorgen. Auch darüber freut sich die Umwelt.
- Auf Kapselmaschine verzichten: Ob zu Hause oder im Büro – Kaffeemaschinen mit Kapselsystem sind angesagt, verursachen allerdings jede Menge Müll. Umweltfreundlichere Alternativen sind moderne Siebträgermaschinen oder es wird auf den klassischen Filterkaffee zurückgegriffen. Wer dennoch nicht auf den Kapselapparat verzichten will, sollte zumindest auf wiederverwendbare Kapseln setzen.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Müllvermeidung im Alltag und Büro:
Was ist ein Beispiel für Abfallvermeidung im Alltag?
Als Abfallvermeidung wird das Reduzieren an der Quelle sowie die Müllminimierung bezeichnet – im Gegensatz dazu steht das Recyceln. Das Hauptziel von Abfallvermeidung ist demnach Müll zu umgehen, bevor er entsteht. Ein Beispiel für Abfallvermeidung im Alltag ist die Verwendung einer wiederverwendbaren Trinkflasche aus Glas, anstatt Einwegplastikflaschen zu kaufen.
Wo fällt im Alltag viel Plastikmüll an?
Plastikmüll fällt im Alltag auf vielfältige Art und Weise an, vor allem Verpackungen von Lebensmitteln, Pflegeprodukten und Putzmitteln verursachen enorm viel davon. Ebenso tragen Einwegartikel wie Plastikbecher, -teller und -folien erheblich zum wachsenden Abfallberg bei. Auch Mikroplastik ist inzwischen in vielen Bereichen unseres Lebens präsent.
Welche Beispiele gibt es für Abfallvermeidung im Büro?
Für Abfallvermeidung im Büro gibt es zahlreiche Beispiele: Umweltbewusste Unternehmen sollten etwa wenn möglich auf ein papierloses Büro umsteigen oder ausschließlich Recyclingpapier verwenden. Ebenso muss, genauso wie zu Hause, auf eine akkurate Mülltrennung geachtet werden. Beim Kaffee sollten gemahlene Bohnen anstatt Kapseln den Vorrang haben. Zudem ist es wichtig, die Küche mit passendem Geschirr auszustatten, um Einwegbecher und -teller zu vermeiden. Wird Bürobedarf benötigt, sollte auf Anbieter zurückgegriffen werden, die die Rücknahme von gebrauchen Druckerpatronen, -kartuschen und Co. ermöglichen. Auch das zählt zu Abfallvermeidung im Büro.