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Recycling-Tipps für Haushalte

Recycling-Tipps für Haushalte

02.10.2025

492 Kilogramm – so viel Müll produzierte die österreichische Bevölkerung laut dem Umweltbundesamt pro Kopf im Jahr 2022. Eine beachtliche Menge. Das Gebot der Stunde lautet daher: Abfall vermeiden – und hierzu kann jeder einzelne einen Beitrag leisten. Aber wie macht man das richtig, wie lässt sich Müll effektiv trennen und vermeiden und welche Materialien können und sollten überhaupt recycelt werden? 

8 Tipps für das Vermeiden und Trennen von Müll im Haushalt

Die gute Nachricht zuerst: Inzwischen kann fast alles getrennt oder gar wiederverwertet werden – vorausgesetzt man macht von jenem ausgeklügelten Recyclingsystem Gebrauch, das in Österreich stetig ausgebaut wird. Darüber hinaus können vielfältige kleinere und größere Maßnahmen dazu beitragen, die Müllsituation zu verbessern: 

  1. Müll richtig trennen: Verschiedene Tonnen und Säcke stehen jedem Haushalt bzw. Wohnbauten zur Verfügung, ergänzend dazu gibt es Altstoffsammelzentren mit weiteren Containern. Zu den wichtigsten Sammelbehältern zählen dabei die Altpapier-Tonne für Zeitungen, Prospekte, Briefe, Kataloge, kleine Kartons und Schachteln, der Altglas-Container für sämtliche Behältnisse aus Glas sowie der Gelbe Sack für Plastikflaschen, Getränkekartons, Joghurtbecher, Folien, Dosen und Co. Obst-, Gemüse- und Pflanzenreste sowie Tee- und Kaffeesud kommen wiederum in den Biomüll.
  2. Verpackungsmüll vermeiden: Am besten ist es, wenn man schon einen Schritt davor ansetzt: Damit erst gar nicht so viel Unrat entsteht, sollten Produkte mit wenig bzw. möglichst umweltfreundlicher Verpackung beim Kauf Vorrang haben. Stofftaschen sind nachhaltiger als solche aus Kunststoff, Glasbehälter ökologischer als Einwegplastikflaschen.
  3. Lebensmittelabfälle reduzieren: Immer wieder landen Brot, Gemüse und andere wertvolle Nahrungsmittel im Biomüll – das muss nicht sein! Um dies zu vermeiden, sollte auf eine Reihe an Aspekten geachtet werden: So empfiehlt es sich, den Einkauf vorab sorgfältig zu planen, auf eine ordnungsgemäße Lagerung der Lebensmittel im Kühlschrank zu setzen oder Übriggebliebenes einzufrieren. 
  4. Recyclingangebote wahrnehmen: Etliche Unternehmen haben inzwischen nachhaltige Recyclingstrategien entwickelt und nehmen verbrauchte Kaffee-Kapseln, Lebensmittelschalen und alte Handys sowie Kühl-Akkus und Isoliertaschen, die bei Lieferungen anfallen, zurück. Es empfiehlt sich daher, dies zu prüfen und nachzufragen.
  5. Selbst kompostieren: Wer einen Garten besitzt, kann organische Abfälle wie Lebensmittelreste, Laub und andere Pflanzenteile kompostieren, anstatt sie im Biomüll-Container zu entsorgen. Damit wird der Boden verbessert und die Umwelt geschont.
  6. Kleidung weitergeben: Nicht mehr gebrauchte Hosen, T-Shirts und Co. können nicht nur auf Flohmärkten und in Second-Hand-Läden verkauft werden, sondern mittlerweile gibt es auch viele Online-Tauschbörsen. Der Rest darf in den Altkleider-Container wandern.
  7. Recyceltes kaufen: Die Umwelt atmet nicht nur auf, wenn man Getragenes und Gebrauchtes verkauft oder weiterreicht und ihm so ein zweites Leben schenkt, sondern auch, wenn man selbst Recyceltes kauft. Nicht immer muss es das neueste Kleid, Spielzeug oder Möbelstück sein – auch Vintage-Teile haben ihren Charme. Vor allem Plastik sollte wenn möglich recycelt werden.
  8. Altes upcyceln: Viele Abfallmaterialien lassen sich kreativ wiederverwerten. Wer möchte, bastelt beispielsweise aus Glasflaschen Kerzenhalter oder Vasen, baut ein Sofa aus Holz-Paletten oder nutzt Dosen und Plastikbehälter zur Stifte-Aufbewahrung. In schönen Kartons lassen sich wiederum hervorragend Geschenke verpacken. 

Mehr zum Thema Upcycling haben wir in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. 

Warum ist es so wichtig, Müll zu trennen?

Durch richtige Mülltrennung wird gewährleistet, dass Abfall für Recycling-Prozesse wiederverwertet werden kann. Je mehr Unrat dabei recycelt werden kann, desto weniger natürliche Ressourcen sind nötig, um Neues herzustellen – das schont die Umwelt. Wird etwa Papier wiederverwertet, so bedarf es weniger Bäume, die gefällt werden. Wird auf bereits bestehendes Plastik zurückgegriffen, muss nach weniger Erdöl gebohrt werden. 

Es ist dabei vor allem wichtig, Restmüll zu vermeiden – in dieser Tonne sollten nur Stoffe landen, die tatsächlich nicht wiederverwertet werden können. 

 

Häufig gestellte Fragen zum Thema Recycling und richtige Mülltrennung: 

Ist es in Österreich Pflicht, Müll zu trennen?

Ja, in Österreich gilt das sogenannte Abfallwirtschaftsgesetz – dieses macht die Mülltrennung zur Pflicht. Für die Kontrolle der Müllentsorgung ist dabei die Gemeinde zuständig. Wird Hausmüll gar nicht oder falsch getrennt, so kann die Müllabfuhr das Entleeren der Tonnen ablehnen. Auch drohen in diesem Fall Strafen von mindestens 50 Euro – der Höchstbetrag liegt sogar bei 3.000 Euro. Davon können vor allem Unternehmen betroffen sein, die falsch entsorgen. 

Seit wann wird in Österreich Müll getrennt?

Eine Art Mülltrennung ist in Österreich bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachgewiesen. Damals zogen private Müllkutscher durchs Land und holten für einen Kreutzer pro Haushalt den jeweiligen Müll ab. Zugleich erwarben sie damit die Nutzungsrechte an diesem Unrat und verkauften ihn – sortiert nach Glas, Metall, Papier und Lumpen – an Gewerbetreibende. Die Mülltrennung, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich in den 1970er-Jahren, wobei zunächst Altglas separat entsorgt wurde. In den 1980er-Jahren kamen sodann Container für Altpapier, Weiß- und Buntglas, Altmetalle, Getränkedosen, Joghurtbecher und Kunststofffolien hinzu und es wurden erste Problemstoffsammelstellen errichtet.  

Was geschieht mit dem Restmüll?

In Österreich kommen zwei unterschiedliche Verfahren zur Behandlung von Restabfall zur Anwendung. Einerseits wird der Restmüll in großen Anlagen thermisch verwertet – dabei kommt es in der Regel vorab zu keiner Aussortierung von Wert- oder Störstoffen mehr. Die Verbrennungsrückstände wie z. B. Aschen und Schlacken werden auf zugelassenen Deponien abgelagert. Das zweite gängige Verfahren ist eine mechanisch-biologische Behandlung des Restmülls – hier wird der biologische Anteil abgebaut und inerte Anteile im Prozess abgeschieden, welche unmittelbar auf einer Deponie abgelagert werden. Der heizwertreiche Anteil, der im Wesentlichen aus Kunststoffen besteht, wird in dafür vorgesehenen Anlagen einer thermischen Verwertung zugeführt. Die Sammlung und Verwertung von Restmüll wird in Österreich von der zuständigen Gemeinde in Form der kommunalen Hausmüllsammlung organisiert.

Was ist noch besser als Recycling?

Upcycling ist noch nachhaltiger als Recycling. Damit wird der Bedarf an frischen Rohmaterialien reduziert und Abfallströme werden entlastet. 

Was lässt sich schlecht recyceln?

Plastik zählt zu jenen Materialien, die sich am schlechtesten recyceln lassen. Vor allem Polypropylen, hauptsächlich in Plastikgeschirr, Joghurtbechern und Verpackungen enthalten, ist äußerst dünn und leicht, wodurch das Recyceln dieses Stoffes aufwendig ist.